Solarenergie in Deutschland

Der Weg zur nach­hal­ti­gen Energieversorgung

Die Sonne als Energiequelle zu nut­zen hat eini­ge unschlag­ba­re Vorteile. Der Solarstrom kann mit PV-Modulen genau dort erzeugt wer­den, wo er ver­braucht wird. Hinzu kommt, dass der erzeug­te Strom für MieterInnen inzwi­schen sehr güns­tig gewor­den ist. Das stei­gert die Beliebtheit des Ökostroms vom Dach, was sich auch in den Zahlen bemerk­bar macht! So betrug der Anteil der Photovoltaik an der deut­schen Bruttostromerzeugung in 2019 bereits 9,0 Prozent. 2018 waren es noch 7,2 Prozent, wie aus den Zahlen zur Nettostromerzeugung von ener­gy-charts hervorgeht.

Dieser Trend wird sich fort­set­zen, denn die Vorzüge der Solarenergie in Deutschland über­zeu­gen. Hinzu kommt, dass immer mehr Gebäude mit einer Photovoltaikanlage aus­ge­stat­tet wer­den und den benö­tig­ten Strom direkt vor Ort erzeu­gen. Im Folgenden haben wir für Sie die wich­tigs­ten Informationen über Photovoltaik und die Vorteile von grü­nem Mieterstrom zusammengestellt.

  1. So funk­tio­nie­ren Photovoltaikanlagen
  2. Energieeffizienz im Wohnungsbau
  3. Photovoltaikanlagen auf Gebäuden
  4. Photovoltaikanlagen sind ein wich­ti­ger Beitrag zum Klimaschutz
  5. Ungenutzte Dachflächen erhal­ten eine wich­ti­ge Aufgabe

1. So funktionieren Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlagen wan­deln Sonnenlicht direkt in Strom um. Eine sol­che Anlage besteht aus meh­re­ren Modulen und einem Wechselrichter. In den Modulen wird die Sonnenenergie in Strom umge­wan­delt. Der Wechselrichter wan­delt den erzeug­ten Gleichstrom in Wechselstrom, wel­cher direkt von den MieterInnen des Gebäudes genutzt, oder ins Stromnetz ein­ge­speist wer­den kann. Die Installation einer Photovoltaikanlage dau­ert in der Regel nur weni­ge Tage – je nach Anzahl der Module. Wird mehr Solarstrom pro­du­ziert, als die MieterInnen im Haus aktu­ell benö­ti­gen, kann die­ser Strom in das Stromnetz ein­ge­speist wer­den. Im Gegenzug wird die soge­nann­te Einspeisevergütung gezahlt. Ihre Höhe ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt.

2. Energieeffizienz im Wohnungsbau

Die Photovoltaik hat mit der Einführung des EEG im Jahr 2000 eine stei­le Entwicklung begon­nen. Bei der Energieeffizienz von neu errich­te­ten Wohngebäuden geht es seit den 1970er Jahren lang­sam und schritt­wei­se voran. Während sich die Planenden zu Beginn nur auf die Verbesserung der Dämmung fokus­siert haben, betrach­tet man heute die gesam­te Energiebilanz des Gebäudes. Nach der Erstellung einer Energiebilanz mit Wärmeverlusten und ‑gewin­nen, kam die Einbeziehung der Haustechnik hinzu.

Aus Gründen des Klimaschutzes hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt bis 2050 einen nahe­zu kli­ma­neu­tra­len Gebäudebestand zu errei­chen. Daher ist es not­wen­dig die Energieeffizienz wei­ter zu ver­bes­sern und mehr erneu­er­ba­re Energien zu nutzen.

So ist es mitt­ler­wei­le vor­ge­schrie­ben erneu­er­ba­re Energien für die Wärmeversorgung von Neubauten ein­zu­pla­nen. Künftig dür­fen auch Photovoltaikanlagen für die Versorgung mit erneu­er­ba­ren Energien ange­rech­net werden.

So kom­men Neubauten heute auf einen nur noch gerin­gen Energiebedarf von rund 40 bis 55 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr. Bauverantwortliche mit höhe­ren Ansprüchen errei­chen 15 bis 30 kWh/m² im Jahr, je nach Möglichkeiten und Anspruch. Untenstehende Grafik zeigt die deut­li­che Entwicklung der Reduzierung des Heizwärmebedarfs von Gebäuden.

solarimo-heizwärmebedarfQuelle: Effizienzhaus online

3. Photovoltaikanlagen auf Gebäuden

Die Entwicklungen der zuneh­men­den Verbreitung von Photovoltaikanlagen auf Gebäuden und der Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden ver­lau­fen beide par­al­lel. Während die Energieeffizienz den Bedarf an Energie für die Heizung und Warmwasserbereitung ver­rin­gert, deckt die Photovoltaikanlage einen Teil des elek­tri­schen Energiebedarfs in den Haushalten. Der gerin­ge Energiebedarf eines moder­nen Effizienzhauses macht es immer bes­ser mög­lich, den über­schüs­si­gen Solarstrom für die Wärmepumpe oder für das Elektrofahrzeug zu nut­zen. So wach­sen die Bereiche, die bis­lang getrennt waren, immer mehr zusam­men. Damit ist es mög­lich den Energiebedarf eines Hauses zuneh­mend mit erneu­er­ba­ren Energien zu decken.

Mit der neuen Regelung zur Einsparung von Energie und zur Nutzung von erneu­er­ba­ren Energien in Gebäuden im Gebäudeenergiegesetz (GEG), steigt die Bedeutung von Photovoltaikanlagen. Es wird damit künf­tig mög­lich sein, Photovoltaikanlagen für den Mindestanteil von erneu­er­ba­ren Energien zu berück­sich­ti­gen, und mit Photovoltaikanlagen den Jahres-Primärenergiebedarf zu reduzieren.

Entwicklung der Photovoltaikanlagen und Mieterstromanlagen in Deutschland

2017 2018 2019
Zubau PV-Anlagen gesamt 1.778 MW 2.958 MW 3.944 MW
Zubau PV-Anlagen mit Mieterstrom 2,0 MW (Juli bis Dez.) 53 MW 13,4 MW

Quellen:

4. Photovoltaikanlagen sind ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

Klimaschutz ist neben der Stromkostenersparnis der Hauptgrund für die zuneh­men­de Beliebtheit des grü­nen Stroms. Solarenergie ist in Deutschland auch des­halb auf dem Vormarsch, weil immer mehr Menschen bewusst auf eine loka­le Stromerzeugung mit erneu­er­ba­ren Energien set­zen. Denn wer auf fos­si­le Energiequellen ver­zich­tet und sei­nen Strom aus einer Photovoltaikanlage bezieht, trägt zur Minimierung des CO2-Ausstoßes bei. Eine Photovoltaikanlage pro­du­ziert im Vergleich zu fos­si­len Kraftwerken so gut wie keine Treibhausgasemissionen, wel­che ledig­lich bei der Produktion der PV-Module entstehen.

Durch die Umsetzung von Mieterstromprojekten gehen VermieterInnen einen Schritt wei­ter. Sie ermög­li­chen ihren MieterInnen eine güns­ti­ge­re Stromversorgung, im Vergleich zum Grundversorger. Außerdem stel­len ihre Dächer dem gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Projekt der Energiewende eine der wich­tigs­ten Ressourcen zur Verfügung und scho­nen gleich­zei­tig die ohne­hin über­las­te­ten Netze. Es gibt kaum einen sinn­vol­le­ren Beitrag zum Klimaschutz, der mit so wenig Aufwand rea­li­sier­bar ist.

5. Ungenutzte Dachflächen erhalten eine wichtige Aufgabe

Während die Dächer von Einfamilienhäusern in der Regel etwa zwi­schen 30 und 50 Quadratmeter Platz bie­ten, steht auf Mehrfamilienhäusern ent­spre­chend mehr Fläche zur Verfügung. Somit ist auch das Potenzial, die Mietwohnungen mit aus­rei­chend Solarstrom zu ver­sor­gen, grö­ßer. Ein Dach — voll mit Photovoltaikmodulen — bie­tet zudem die Möglichkeit wei­te­ren Strom, z.B. für Ladepunkte zu nut­zen. Für sola­ren Mieterstrom müs­sen keine neuen Flächen erschlos­sen werden.

So wer­den Photovoltaikanlagen auch im Geschoss-Wohnungsbau immer mehr zu einem inte­gra­len Bestandteil von zukunfts­fä­hi­gen Gebäuden und leis­ten ihren Beitrag zu einer nach­hal­ti­gen Energieversorgung.

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Erfahrender Energieblogger mit hohem Interesse, die Energiewende mit inno­va­ti­ven Technologien und Geschäftsmodellen vor­an­zu­brin­gen. Experte für Gebäudeenergie mit dem Hintergrund als Dipl.-Ing.(FH) Bauphysik.

Andreas KühlEhemaliger Content-Creator bei SOLARIMOEnergynet-Portal für Energieeffizienz und erneu­er­ba­re Energien

Zuletzt bear­bei­tet: 30.04.2020

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